Angedacht

BETENDE HÄNDE ...

... kennen wir von Dürer, dem großen Künstler der Renaissance. Er malte sie mit Tinte auf weißes Papier, seine eigenen Hände.
Hier auf dem Foto sind es die betenden Hände einer Jugendlichen. Ich habe gerade über das Beten nachgedacht, als ich eine Kolumne für die LVZ geschrieben habe. Viele der Leser und Leserinnen sind wohl eher nicht gläubig. Ist das Beten trotzdem etwas, das ihnen aktuell durch den Kopf geht? Not lehrt beten?

In der Konfistunde haben wir jetzt zusammen getragen, warum Menschen beten. ,,In Notsituationen", kam natürlich als erstes. Dann nannten die Konfis Weiteres. Eine Jugendliche sagte, sie bete auch zunehmend, um Gott Danke zu sagen. Danke für das, was sie
alles hat. Das sagte sie mitten in der Pandemie, wo es doch immer heißt, gerade gehe alles nicht. Einer meinte: ,,Naja, man kann ja auch beten, wenn was nicht gut gelaufen ist, also so was wie - beichten?"
Da war ich berührt: Wenn das ein Konfirmand auf dem Schirm hat.
Ja genau, wenn was schief gegangen ist, damit kannst du zu Gott kommen. Eine sagte: ,,Für jemanden anders beten geht auch." Klar, eines der häufigsten Gebete ist sicher: Gott, bitte pass auf unsere Kinder auf.
Die Konfirmanden beten vielleicht häufig: Bitte Gott, pass auf unsere Eltern auf. Und mach, dass sie nicht so oft streiten.
Und jemand sagte: ,,Es tut gut, abends im Bett zu liegen und einfach mit jemandem zu reden." Oh ja, wie gut, wenn du dann eine Adresse hast.

Für mich persönlich ist, neben dem, was die Konfis erzählt haben, Beten auch immer mit Wegweisung verbunden. So konkret wie möglich eine Frage, ein Anliegen formulieren und dann mit Gott darüber ins Gespräch kommen. Die Bewerbung auf diese Pfarrstelle hier war so ein Ergebnis vieler Gespräche mit Gott. Und ich werde weiter beten:
Was ist dran, Gott, zu tun, zu lassen? So gut auch, wenn wir als Gemeinde gemeinsam beten: Was ist dran, Gott, zu tun, zu lassen?

Wie halten Sie es mit dem Beten?
Ist es Kraftquelle, Wegweisung, Ruhepol für Sie? Ab und zu, manchmal, häufig?
Manches geht zur Zeit nicht.
Wir sind in einer Pandemie. Beten geht immer.
Beten ist keine neue Erfindung, die morgen schon wieder überholt ist. Schon im Monatsspruch für März aus dem Ephesserbrief, geschrieben etwa 90 n. Chr., heißt es: 11Hört nicht auf zu beten" {Eph 6,18).

Ich glaube, dass viele in unserer Gemeinde beten.
Ich möchte Sie und Euch und mich immer neu daran erinnern. Beten tut gut! Beten hilft! Beten verbindet!
Und draußen ist Frühling- Gott sei Dank!

Bleiben Sie wohlbehütet,
herzlich Ihre und Eure Pfarrerin Grit Markert

Losung und Lehrtext für Sonntag, 29. Mai 2022:

Salomo sprach: Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel können dich nicht fassen - wie sollte es dann dies Haus tun, das ich gebaut habe?
1.Könige 8,27

Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
1.Johannes 4,12