Freude

Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen,
da sahen deine Augen schon mein Wesen. Ps 139,16

Liebe Leserinnen und Leser,

im Februar haben wir unseren ersten Narrengottesdienst gefeiert, einige kamen sogar kostümiert, trugen rote Nasen und Masken.
Unsere derzeitigen offenen Kirchen und Gottesdienste lassen vermuten, dass wir nur noch Narrengottesdienste feiern. Tragen doch die Gottes­ dienstbesucher auch jetzt Masken, allerdings nicht in Erinnerung
des Narrengottesdienstes, sondern um sich und andere zu schützen. So ungewohnt und unpraktisch das ist, vor Gott spielt das keine Rolle.
Unser Herr kann hinter unsere Masken schauen, er weiß, wer ich wirklich bin. Er kennt mich durch und durch, weil er mich geschaffen hat.
In Psalm 139 heißt es: Herr, du hast mich erforscht und kennst mich genau. Ob ich sitze oder stehe: Du weißt es. Meine Absicht erkennst du von fern.
Ob ich gehe oder ruhe: Du bemerkst es. Alle meine Wege sind dir bekannt. Noch liegt mir kein Wort auf der Zunge, schon weißt du, Herr, was ich sagen will. Ich hatte noch keine Gestalt gewonnen, da sahen deine Augen schon mein Wesen. (Ps 139, 1-4 ,16}
Gott sieht alles, auch hinter jede Maske, ob nun die während des Karnevals oder der Corona-Krise oder die verschiedenen Masken, mit  denen wir unseren Gemütszustand oder unser Ansinnen verbergen wollen.
Gott schaut dahinter und erkennt seine geliebten Geschöpfe. Vor ihm können und brauchen wir uns nicht verstecken.
Für mich persönlich ist das zunächst eine tröstliche Gewissheit: Egal wie ich mich gerade fühle, bei ihm bin ich geborgen.
Ich kann ohne Maske - so wie ich bin - zu Gott kommen. Gott spricht mir zu, dass unter meinen verschiedenen Masken ein vielseitiger und wunder­ schöner Mensch liegt, der von Gott gewollt ist. Trotz der Macken und Fehler, die ich zu verstecken suche, darf ich wissen, dass Gott versöhnlich an mir handeln wird. Diese tröstliche Gewissheit ermahnt mich aber auch,
offen und ehrlich mit mir und meiner Umwelt umzugehen.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Dr. Christian Wedow

Losung und Lehrtext für Mittwoch, 5. August 2020:

Der HERR, der gütig ist, wolle gnädig sein allen, die ihr Herz darauf richten, Gott zu suchen.
2.Chronik 30,18-19

Da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen.
Lukas 19,2-3