Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende. Pred 3,11

Der Sommer hatte es in sich. Die Hitze, Waldbrände, Ernteeinbußen.
Aber auch wunderbare Zeiten am See, eine reiche, süße Weinernte, frühe Augustäpfel. Nun verabschiedet sich der Sommer endgültig.
Der Herbst zieht ein. Die Zeit der Fülle. Für manchen auch die Zeit der Abschiede: Abschied von den langen warmen Abenden, von den reichen Sonnenstunden.
Andererseits schenkt der Herbst am Morgen die Nebel, die wie weiche Wattebetten über den Wiesen schweben.
Vor uns liegen zwei Monate mit hohem Himmel, den vielen Farben und einem ganz eigenen Duft.
Die Zeit des Sommers bleibt in jedem auf ganz eigene Weise bestehen.
Nun tritt der Herbst hinzu und gibt zur Wärme des Sommers den Reichtum der Erfahrung und der Ernte.
Das eine kann ohne das andere nicht sein.
Wir brauchen beides.
Und dieses ist immer nur ein Teil des Werkes, von dem jeder ein Bruchstück erkennt.
Und doch hat er Herbst auch einen etwas schlechten Ruf.
Die Winde werden losgelassen, sagt Rilke, – und fürchtet selbst haus- und heimatlos zu werden.
Der Monatsspruch erinnert daran: Jedes ist schön zu seiner Zeit.
Es gibt für alles einen Raum und eine Zeit.
Und ich kann es nicht ergründen, nicht festhalten und nicht ausschöpfen.
Es bleibt immer ein wunderbares Mehr, das vor mir liegt, das ich immer wieder neu und immer wieder anders entdecken darf.
Vielleicht ist die Zeit der Umbrüche, der kirchlichen und gesellschaftlichen Aufbrüche eine Zeit seinen Blick bewusst auf dieses Mehr zu richten.
Es fällt leicht, das zu sehen, das wegfällt.
Im Blick auf den Jahreskreis: Die Tage werden kürzer. Es wird kälter.
Es regnet wieder mehr.
Bald wird es wieder sehr dunkel und trüb sein.
Das Leben scheint sich einzuengen.
Ähnliches empfinden viele im Blick auf die Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft.
Es tut gut, die andere Seite in Blick zu nehmen: Die Abende geben mir wieder Zeit für ein gutes Buch oder einen Abend mit Freunden, für Spiele und fürs Kino oder Konzert.
Die Ernte des Sommers will genossen sein, beides: Marmelade auf dem Tisch und die frischen Kartoffeln im Keller.
Vielleicht wachsen Pilze, mehr als im Sommer?
Und der Duft des Laubes, der Kastanien und Eicheln regt die Sinne an.
Vielleicht ist wieder einmal Bastelzeit?
Auch in unserem Umfeld und der Gemeinde gibt es Unentdecktes, stille Reichtümer, ungenutzte Räume.
Wie empfänglich bin ich dafür?
Vielleicht ist gerade jetzt die Zeit, sich in das Mehr Gottes fallen zu lassen, das nicht ausgeschöpft werden kann, das den Menschen beschenken will, wenn er sich dafür öffnet.







Losung und Lehrtext für Montag, 24. September 2018:

Der HERR, dein Gott, wird dir Glück geben zu allen Werken deiner Hände.
5.Mose 30,9

Gott ist's, der in euch wirkt beides, das Wollen und das Vollbringen, nach seinem Wohlgefallen.
Philipper 2,13