Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft. 1. Kor 1,18

Das Kreuz ist immer irgendwie im Weg.
Haben Sie noch Fenster mit Fensterkreuz? Da merkt man es sofort.
Man kann sich beim Putzen daran festhalten. Aber es stört auch
und wirft Schatten. Oder in den letzten Wochen im Wald: gekreuzte
Bäume, mitten im Weg. Daran vorbei kommt man schwer, hindurch-
kriechen ist gefährlich, der Weg darum herum deutlich länger.
Das Kreuz ist immer irgendwie im Weg.
Es stört den geplanten Ablauf, den Blick, den Weg.
Es ist ein Kreuz sagen manche und meinen: Das ist schwer auszuhalten,
ja unerträglich. Das möchte ich nicht ertragen oder ertragen müssen.
Aber vielleicht meint man auch: Es ist unausweichlich.
Das muss ich aushalten und tun. Da muss ich eben durch. Da muss man
sich drunter stellen und das auf sich nehmen, das Kreuz.
Das Kreuz ist überall dabei: auf dem Wahlzettel und im Straßenverkehr,
ja selbst in meinem Körper kreuzen sich die Achsen.
Und gekreuzt wird so manches. In Entwicklung der Samen wie in der
Blüte. Ein Kreuz: Zwei Wege begegnen sich und vereinen sich kurzzeitig.
Dann geht es wieder in die eigene Richtung weiter.
Und im Herzen des Kreuzes, in seiner Mitte treffen sie sich: die Wege,
die Entwicklungen, auch die Bäume.
Das Kreuz ist ein Symbol der Begegnung: Himmel und Erde, rechts und
links. In der Mitte des Kreuzes sind sie für einen Moment eins, obwohl
jeder Teil er selbst bleibt. Es ist Begegnung, nicht Verschmelzen.

Das Geheimnis des Kreuzes begegnet uns in diesen Tagen und Wochen
im Glauben wieder neu. Seine Symbolkraft ist eine Anfrage an
das eigne Leben: Werden meine Pläne durchkreuzt, muss es anders
weitergehen – oder kreuzen sich die Möglichkeiten, um sich zu begegnen
und für einen Moment eins zu sein?

In einem seiner Gedichte
schreibt der Autor Jürgen Rennert:

Der Gekreuzigte hängt
Immer und überall

Mitten im Weg

Das hat sein Gutes, erzwingt
Bedenklichkeiten zwischen
Fortschritt und -schritt.

Hinter dem Gekreuzigten steht
Nackte Verzweiflung oder
Der Auferstandene
Immer noch auf.







Losung und Lehrtext für Montag, 21. Mai 2018:

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer.
Sprüche 14,31

Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
Philipper 4,5