Akelei, Blume des Monats Mai

Der Geist des Herrn lässt sich nieder auf ihm:

der Geist der Weisheit und der Einsicht,

der Geist des Rates und der Stärke,

der Geist der Erkenntnis und der Gottesfurcht.

Jes. 11,2

 

Sie gilt als die vielleicht blauste der blauen Blumen, die in mittelalterlichen Vorgärten nördlich der Alpen blühte. Mancher Gartenbesitzer heute klagt über ihre Beständigkeit. Sie wächst immer wieder auf.

Vielleicht hat ihr beständiger Blühen, auch wenn man es gar nicht möchte, ihr die Bedeutung eingebracht, die die Akelei auf Bildern und in der Blumensymbolik hat: Seit dem Mittelalter steht sie siebenblütig für die sieben Gaben des Heiligen Geistes: Weisheit, Verstand, Rat, Stärke, Erkenntnis, Frömmigkeit und Gottesfurcht, aber auch für die heimliche Liebe. So findet man sie auf manchem Alterbild in der Hand einer eher leicht bekleideten Frau. Dies geschah wohl auch in der Erinnerung daran, dass sie in alter Zeit der Fruchtbarkeitsgöttin Freya geweiht war. Später findet sich die Akelei häufig auch auf zahlreichen Mariendarstellungen. Die Akelei wurde als Heilpflanze verwendet, stand und steht im katholischen somit in direktem Bezug zur Maria, der Beschützerin der Frauen

Ihre vielleicht berühmteste Darstellung hat die Akelei in Weimar erhalten: Lukas Cranach gab ihr einen beinahe zu übersehenden und doch wesentlichen Platz zu Füßen Luthers, direkt vor dem gelben Stiefel Cranachs. Man könnte sie auch für eine winzig kleine Taube halten – oder einen Käfer.

Luther hält dem Betrachter beschriftete Tafeln entgegen. Das Wort ist uns anvertraut und in diesem Sinne auch ein Besitz, den wir verwalten. Die Blumen blühen unbeschriftet und haben doch ihre eigne Bedeutung. Sie weisen den Weg in die Weite des Glaubens, in die Begeisterung durch einen Geist, der sich nie an Kirchenmauern anpasste, immer neue und überraschend andere Formen des Glaubens werden ließ. Der Mensch braucht beides: die Klarheit eines Wortes und das Aufwachsen einer Blume, die blüht, wo sie will, und deren Bedeutung sowohl der (heimlichen) Liebe als auch der Weisheit und dem Verstand Raum gibt.







Losung und Lehrtext für Sonntag, 22. Juli 2018:

Jene verlassen sich auf Wagen und Rosse; wir aber denken an den Namen des HERRN, unsres Gottes.
Psalm 20,8

So sei nun stark durch die Gnade in Christus Jesus.
2.Timotheus 2,1